1. Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine enge Zusammenarbeit wirkt sich positiv auf das Vertrauensverhältnis aus. Da wir als Erwachsene eine Vorbildfunktion haben, verhalten wir uns freundlich und einander zugewandt. Unsere angebotenen Elterngespräche geben uns die Möglichkeit, sich gemeinsam über das Kind und sein momentanes Befinden auszutauschen. Vertrauensvoller Umgang bedeutet für uns auch, sich bei Unmut oder in aufkommenden Konfliktsituationen direkt an den/die ErzieherIn zu wenden. Zweimal im Jahr findet ein Gesamtelternabend statt, bei dem es in der Regel um übergeordnete, organisatorische und interne Themen geht, die das ganze Haus betreffen. Jede Gruppe organisiert außerdem gruppeninterne Elternabende. Für die Erhaltung unseres Hauses und die Umsetzung unserer Konzeption sind wir und die Kinder auf die tatkräftige Unterstützung der Eltern angewiesen.

1.2 Eingewöhnung

In den ersten Tagen begrüßen wir das Kind und erleichtern ihm durch eine sensible und freundliche Kontaktaufnahme den Anschluss an die Gruppe. Dabei beziehen wir alle Kinder mit ein. Wir geben den Kindern und Eltern etwa vier Wochen Zeit, sich in eine Krippengruppe einzugewöhnen. Dabei steht immer eine

Erzieherin zur Seite. Eine kontinuierliche Anwesenheit der Kinder ist in der Eingewöhnungszeit sehr wichtig und erleichtert den Ablösungsprozess. Diesen bestimmt die Erzieherin je nach Situation und Befinden des Kindes.

1.3 Feste und Feiern

Die Geburtstage der Kinder werden natürlich gefeiert. Für das leibliche Wohl sorgen an diesem Tag die Eltern des Kindes. Gerne feiern wir mit Kuchen, Obst und Gemüse mit Dip. Auf reine Süßigkeiten möchten wir, auch im Hinblick auf unser Ernährungskonzept gerne verzichten. Christliche Feiertage feiern wir, ohne großes Gewicht auf ihren religiösen Hintergrund zu legen. Alle Feste werden gemeinsam mit den Kindern organisiert. Die Gestaltung der Feste kann, je nach Gruppe, unterschiedlich ausfallen.

1.4 Förderverein

Wir freuen uns darüber, dass einige Eltern einen Förderverein gegründet haben. Alle Eltern können Mitglied werden oder sich praktisch engagieren. Ziel ist es, unsere Kita zu unterstützen und z.B. Flohmärkte etc. zu unseren Gunsten zu organisieren. Das Geld wird für besondere Anschaffungen oder Anlässe verwendet. Alle Elternspenden an den Förderverein sind steuerlich absetzbar.

2. Soal-QE© Qualitätsentwicklung für Kitas

Unser Bildungsverständnis basiert auf den Erkenntnissen der Soal Qualitätsentwicklung© (QE). Das Menschenbild erkennt die Selbsttätigkeit der Kinder an und spiegelt die Grundlage unseres pädagogischen Handelns wieder. Bildung wird als Prozess verstanden, der spätestens mit der Geburt beginnt. Dieser Prozess erfordert aufmerksame und reflektierte Erwachsene, die wertschätzend, nachhaltig und sozial handeln und die die Selbstbildungspotenziale der Kinder unterstützen. Das Bildungsverständnis umfasst alle Lebensbereiche der Kinder. Wir arbeiten unterstützend zum Elternhaus. Selbstbildungspotenziale sind Wahrnehmung, Bewegung, Vorstellungskraft und Fantasie, Spielen, Gestalten, sprachliches Denken, erste Ansätze von mathematischem Denken, Kommunikation und Verständigung, Lernen aus komplexen Zusammenhängen und forschendes Lernen. Das Kind soll die Möglichkeit haben sich situativ für eins oder mehrere dieser Erfahrungs-/Bildungsgebiete zu entscheiden. Die Aufgabe der Erwachsenen ist dabei, den Kindern größtmöglichen, anregenden

Spielraum zu bieten und zu lassen, damit sie ihren Interessen nachgehen, ihre Bildungsprozesse vertiefen und Gelerntes verankern können. Die Kinder erhalten beim Verfolgen ihrer Fragen, Ideen oder Vorstellungen Unterstützung von den ErzieherInnen, die durch die wahrnehmende Beobachtung der Kinder impulsgebende Begleiter sind. So können die Kinder ihr Begreifen und Wissen nachhaltig vertiefen.

2.1 Unser Haus

Unser Neubau wurde im Hinblick und in Bezug auf unser Qualitätsentwicklungsverfahren vom Architekten unter der Mitarbeit unseres pädagogischen Personals gestaltet. Hierbei stand die Möglichkeit zur Selbsttätigkeit der Kinder für uns im Vordergrund. Die Krippengruppen befinden sich ebenerdig und haben alle einen Ausgang zu den Terrassen und zum Garten. Neben den vielseitig angelegten Gruppenräumen mit Funktionsecken/Inseln, steht den Krippen- und Elementarkindern jeweils ein separates Atelier zur Verfügung. Unsere großen und hellen Flure werden vielfältig genutzt, z.B. zum Bauen, Vorlesen

und für Rollenspiele. Lernen bedeutet auch Veränderung, daher sollen die Kinder an der Gestaltung der verschiedenen Bildungsbereiche aktiv teilnehmen.

Die Turnhalle mit der mobilen Bewegungsbaustelle und unsere Kinderküche sind feste Fachräume, die von allen Kindern genutzt werden. Großzügig angelegte Terrassen bieten für die Elementargruppen viel Raum zum Werken und Gärtnern. Durch die Außentreppen ist der Garten auch für die älteren Kinder direkt erreichbar. Unser Haus wurde als (fast) Passivhaus konzipiert und hat sich nach zwei Betriebsjahren auf einen Wert zwischen KFW 20 bis 30 eingependelt.

2.2 Fachbereiche

Kinder lernen interdisziplinär, dabei sind alle Bildungsbereiche miteinander vernetzt. Die Unterteilung in Fachbereiche dient als strukturelle Hilfe und Orientierung und gilt nicht als zwingende Zielvorgabe für die Kinder. Unser Team bildet sich fortlaufend und Schwerpunkt setzend in den verschiedenen Fachbereichen fort. Fachfrau/-mann bedeutet nicht, auf alles eine Antwort zu haben, sondern gemeinsam mit den Kindern zu lernen und ein soziales Umfeld zu schaffen, in dem die

Kinder sich entfalten können. Zu den Fachbereichen gehören:

 

- Natur und Umwelt

- Naturwissenschaft/Mathematik

- Bewegung

- Gestaltung

- Sprache

- Musik

2.2.1 Lebendige Natur

Während eines Waldspaziergangs entdecken die Kinder Holz, das soweit vermodert ist, dass der Verwandlungsprozess vom Holz zu Erde anschaulich zu erkennen ist, die Kinder fühlen, sehen und riechen die Wandlung. Wir betrachten die Natur bewusst und gehen vorsichtig mit ihr um. Wir pflanzen Bohnen,

säen und setzen Keimlinge. Pflanzen u. Ä. können in Bestimmungsbüchern oder auf Plakaten wiederentdeckt werden.

2.2.2. Mathematik/Naturwissenschaft

Mengen, Zahlen

Die Kinder stecken bunte Maiskleber auf Schaschlikspieße. Wir vergleichen die Spieße und zählen: Quer aufgespießt passen mehr auf den Spieß und gequetscht auch, längs in ihrer Rohform passen immer gleich viele auf einen Spieß. Gezählt wird bei jeder Gelegenheit, z.B. die Anzahl der Kinder, Geld zum Einkaufen, das Rückgeld, die Tomaten, die Äpfel, beim Teilen ½, ¼ etc.

 

Zeit

Während des Zähneputzens läuft die Sanduhr. An der Bushaltestelle wird bei 3 Minuten Wartezeit 3 x bis 60 gezählt oder wir zählen Schiffe im Hafen.

 

Physik/Gewicht/Kraft/Statik

Ein großer Kübel wird mit Erde gefüllt. Er ist für eine Person zu schwer um ihn auf die Terrasse im 1. Stock zu tragen. Erst als 5 Kinder gemeinsam anpacken, können wir ihn die Treppe hinauf hieven. Die Kinder erfahren, dass sich das Gewicht leichter anfühlt wenn man es „teilt“ und dass Gemeinsamkeit stark macht.

Kapplasteine, Becher, Stäbe, Schachteln u..Ä. Material wird genutzt um Brücken, Höhlen, Hütten und Ähnliches zu bauen. Die Kinder experimentieren auf diese Weise mit Statik, Gewicht, Länge, Höhe, Breite.

2.2.3 Bewegung

Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern. Wir gehen mit den Kindern viel nach Draußen auf umliegende Spielplätze, auf den ehemaligen Sportplatz des TV Lokstedt, in den nächsten Park und andere längere Strecken zu Fuß. Außerdem fahren wir Rad, Roller oder Pedalo. Im Tanzen zu den verschiedensten Musikstilen verbindet sich Bewegung mit Musik. Unsere Bewegungsbaustelle in der Turnhalle trainiert alle Bewegungsabläufe. Laufen, Springen, Mut, Selbsteinschätzung, Balancieren, Tempo und vieles mehr können die Kinder dort erleben und erlernen. Die Krippengruppen haben pro Woche einen Hallenvormittag. Auch unsere kleinsten Kinder können durch die Bewegungsmöglichkeiten in der Halle, über die Hochebenen in ihren Gruppen sowie im Garten und auf den Spielplätzen ihre Erfahrungen mit verschiedenen Untergründen, Höhen, Weiten und Festigkeiten machen.

2.2.4 Gestaltung

Die Kinder gestalten kreativ mit den unterschiedlichsten Materialien. Sie stellen eigene Farbe her, mischen Farben, kochen Knete usw. Die Kinder malen, bauen, basteln, modellieren und fotografieren. In unseren Ateliers haben unsere Kinder vielfältigste Möglichkeit ihre Fantasie auszudrücken und auszuleben. Gern besuchen wir Bunte Kuh e.V. um mit Lehm zu bauen. Wir besuchen Kunstausstellungen und Museen; die Kinder interpretieren Kunstwerke und machen sich Gedanken über die Künstler. Sie veranstalten selbst Ausstellungen im Kinderhaus.

2.2.5 Sprache

Durch eine vielfältige Sprache (Adjektive, Adverbien usw.) lernen die Kinder mehrere Begriffe für eine Sache und erwerben einen reichen Wortschatz. So

sagen wir z.B. „Wir treffen uns an der kahlen, schiefen Birke“ anstatt „Wir treffen uns am Baum“. Durch den Morgenkreis, das Vorlesen und Geschichten

erzählen, nehmen die Kinder neue Wörter auf und verwenden sie.

2.2.6 Musik

Durch den selbständigen Umgang mit Rhythmusinstrumenten oder Keyboards aber auch mit Töpfen und Dosen lernen die Kinder unbeobachtet ihr Gefühl für Rhythmus kennen und erleben Harmonie (-lehre). Beim Singen erkennen die Kinder Melodien wieder und können sie wiederholen. Einfache Musikinstrumente werden z.B. aus Papprollen oder Tontöpfen gelegentlich selbst hergestellt.

2.3 Krippe

Im Krippenbereich liegt der Schwerpunkt unserer Qualitätsentwicklung in der Raumgestaltung nach dem Hamburger Raumkonzept für Krippen. Dabei geht es darum, Kindern gleichzeitig Geborgenheit und Freiheit zu bieten. In ihrem Gruppenraum können die Kinder Ruhe und Sicherheit in Körben, Nischen und auf dem Sofa finden; ihr Forschersinn und ihr Freiheitsdrang werden durch die Erkundung der Hochebenen und des Materials befriedigt. Wir bieten Alltagsgegenstände, Verkleidungszeug, Baumaterial, Dosen, Schachteln, konventionelles Spielzeug, wie z.B. Puppen und vieles mehr zur Erprobung und Untersuchung an. Im Krippenatelier wird in kleineren Gruppen gemalt, geknetet und mit Wasser und Sand gespielt. In den Sanitärräumen befinden sich große Wickelkommoden mit Treppen, die von den Kindern selbstständig erklommen werden können. Außerdem gibt es in jeder Gruppe ein Planschbecken und 2 Waschbecken. Kinder lernen mit allen Sinnen und gerade den Kleinsten muss die Möglichkeit des sinnlichen Lernens gegeben werden. Kinder begreifen die Dinge, Sachen und Gegenstände durch abtasten und ablecken, um Form, Textur, Dimension usw. zu verstehen, sich ein Bild davon zu machen und zu speichern.

2.4 Von der Kita in die Schule

Kinder lernen aus eigenem Interesse heraus und sind dementsprechend engagiert und interessiert. Wir bieten ab dem Krippenalter interessierte ErzieherInnen, den Raum, das Material, die Atmosphäre und die Gruppe, um in der Gemeinschaft voneinander und miteinander zu lernen. Dies dient zur Stärkung der Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen. Kinder handeln oft impulsiv, reagieren nach und nach auf Prozesse und entwickeln daraufhin Problemlösungen. Indem sie z.B. zweckgebunden gestalten, bauen und „arbeiten“, ahmen sie im Rollenspiel die Welt der Erwachsenen nach und gewinnen Erkenntnisse. In den verschiedenen Fachbereichen machen die Kinder weitreichende Lernerfahrungen, die sie immer miteinander verknüpfen und die in den unterschiedlichsten Bereichen wiederentdeckt und weiterentwickelt werden. In der Schule erkennen sie die Themen wieder und verknüpfen sie mit ihren positiven Lernerfahrungen. So fühlen sie sich mit den Aufgaben vertraut und können sich so allen Anforderungen stellen. Die Freude am Lernen bleibt bestehen und das Selbstbewusstsein wird erhalten und gestärkt. Wir sind mit den Schulen in unserer Umgebung im fachlichen Austausch.

3. Sozialverhalten

Für ein freundliches Miteinander entwickelt jede Gruppe ihre eigenen Regeln und überarbeitet sie bei Bedarf. Einige Regeln gelten im ganzen Haus. So gehen wir im Kinderhaus freundlich miteinander um. Dazu gehört die morgendliche Begrüßung von Kindern, Eltern und ErzieherInnen Regeln und Grenzen bieten den Kindern klare Orientierungspunkte und geben Sicherheit. Allerdings müssen auch, je nach Situation, Ausnahmen zugelassen und Grenzen, je nach Entwicklungsschritt, neu definiert werden. Bei Auseinandersetzungen unter den Kindern greifen wir erst nach genauer Beobachtung ein; dies berücksichtigt die Individualität der Kinder und motiviert sie zunächst, selber eine Lösung zu finden. Wenn es nötig ist, geben wir Hilfe. Dadurch werden die Kinder sicherer in der Konfliktlösung, sie erkennen zunehmend Gefühle und Bedürfnisse der Anderen und lernen, damit umzugehen. Dabei ist es besonders wichtig, dass die ErzieherInnen mit sich, ihrem Team und den Eltern verantwortungsvoll und offen umgehen, denn gerade Kinder haben ein feines Gespür für unterschwellige Schwingungen und unausgesprochene Konflikte. Die Kinder lernen, in der Gruppe Verantwortung für sich zu übernehmen, zu sich zu stehen, aber auch, ihr Handeln zu überdenken. Durch gezielte Beobachtungen lernen wir zu erkennen, was das Kind braucht und wo es Verantwortung tragen kann. In den Gruppen beginnt der Tagesablauf mit dem Morgenkreis. Dort können die Kinder ihre Anregungen, Bedürfnisse und Gefühle äußern und lernen, sie zu diskutieren. Stabilisiert wird das Sozialverhalten vor allem durch Gespräche; sehr hilfreich sind dabei Rollenspiele, das Freispiel und eigene Beobachtungen der Kinder. Auch Bücher können hilfreich sein, um unverstandene Situationen, Konflikte oder Ängste zu verarbeiten und darüber ins Gespräch zu kommen. All dies ermöglicht eine nachhaltige Verarbeitung und Bewältigung. Das Kind erlebt den Erfolg und kann sich auf Neues einlassen; Konflikte verlieren an Größe und werden zu lösbaren Aufgaben.

4. Sexualität

Positive Erfahrungen stärken grundlegend das Urvertrauen, ein wichtiges Grundgefühl zur Bewältigung der täglichen Herausforderungen des Lebens. Wir stärken das Selbstbewusstsein der Kinder indem wir ihnen Raum geben, sich selbst auszudrücken. Damit verbunden stärken wir ihre Sensibilität im Hinblick auf die Einschätzung der Gefühle anderer. Durch Körperkontakt der Kinder untereinander (Sonnencreme/ Wahrnehmungsspiele/Trösten usw.) festigen sie ihre emotionale Sicherheit und ihre positiven emotionalen Beziehungen und Empfindungen. Kinder haben ein Recht auf körperliche Integrität. Für uns gehört zur Sexualität und sexuellen Selbstbestimmung: sich selbst zu erleben, zu fühlen und Gefühle (positive und negative) unterscheiden zu können. Dafür schaffen wir den Rahmen und akzeptieren, wenn die Kinder sich nackt ausziehen, so ihre Körperlichkeit erleben und ihren Körper „begreifen“. Die Kinder haben das Recht, eigene Erfahrungen zu machen. Dabei achten wir natürlich darauf, dass eine Balance entsteht und es zu keinem Machtgefälle kommt. Weiterhin ist uns wichtig, dass kindliche Sexualität nicht mit Erwachsenensexualität verwechselt wird. Schon Kinder haben Lustgefühle, diese unterscheiden sich aber von denen der Erwachsenen; sie kennen in der Regel noch keine sexuelle Begierde. Eltern und ErzieherInnen sollten in der Lage sein, kindliche Sexualität zu akzeptieren und reflektiert mit ihr umzugehen. Die Kinder möchten ihre genitale Sexualität annehmen und sich zu ihr bekennen. Zur Befriedigung sexueller Bedürfnisse und Erfahrungen gehört eine Atmosphäre, die Rücksicht auf die Gefühle anderer nimmt. Die Intimsphäre der Kinder wird berücksichtigt. Sexualität wird immer wieder, wenn es nötig ist, thematisiert (z.B. im Morgenkreis). Die Kinder lernen, dass ein Nein bedingungslos akzeptiert werden muss. Im Kinderhaus werden die Begriffe Scheide, Vagina, Glied und Penis zur Benennung der Geschlechtsorgane benutzt.

5. Ernährung

Wir legen im Kinderhaus Wert auf eine gesunde und ausgewogene Vollwertkost. Diese ist fleischlos, salz- und zuckerarm. Trinkwasser steht den Kindern jederzeit zur Verfügung. Zum Frühstück gibt es auch Milch und Tee, selten Kakao. Als Zwischenmahlzeit werden Obst, Rohkost oder Vollkorngebäck gereicht. Eine ruhige und entspannte Atmosphäre ist uns für die Mahlzeiten wichtig. Wir nehmen uns Zeit und geben den Kindern täglich die Möglichkeit, Essen als geselliges und kulturelles Ereignis zu erleben. Gemeinsam mit den Kindern decken wir den Tisch und eröffnen das Mittagessen mit einem Tischspruch. Es ist uns wichtig, dass Unbekanntes probiert wird, damit die Kinder die gesamte Geschmackspalette kennenlernen. Eine angemessene Zeit bleiben alle bei Tisch um auch den langsameren Kindern ein ruhiges Essen zu ermöglichen. Die größeren Kinder füllen sich selbst auf. In unserer Kinderküche kochen und backen die Kinder unter Anleitung einer Erzieherin gelegentlich das Mittagessen, Kuchen oder Kekse für ihre Gruppe. Hier ergeben sich mühelos Gespräche über gesunde Ernährung und Warenkunde. Eine große Bitte: Gebt Euren Kindern beim Bringen und Abholen kein Gebäck, Süßigkeiten oder Ähnliches. Wenn es sein muss dann bitte erst vor der Tür.

6. Hygiene

Das regelmäßige Zähneputzen wird, je nach Alter der Kinder, mit Ritualen, Liedern, Sanduhr und Geschichten begleitet. Richtiges Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang ist für uns selbstverständlich. Die Kinder entscheiden selbst, wann sie ohne Windel auskommen. Das Abschauen bei älteren Kindern ist Motivation, selbst zur Toilette oder auf den zu Topf gehen. Wir achten darauf, dass sich alle beim Pinkeln auf die Toilette setzen. Die Kinder entscheiden selbst, ob sie allein oder in Begleitung, bei offener oder geschlossener Tür auf die Toilette gehen. Handtücher, Wasch- und Wischlappen werden täglich gewechselt; Waschlappen zum Wickeln einmal benutzt. Die Kinder dürfen sich schmutzig machen, daher bitten wir alle Eltern, den Kindern im Kinderhaus eher ältere Kleidung anzuziehen.

7. Wir sind ein Lernort Praxis

Seit unserer Gründung leiten wir gerne und professionell PraktikantInnen an. Am Beginn der Ausbildung steht eine ausführliche Einweisung in die Rahmenbedingungen der Arbeit in unserem Haus. Der Träger wird vorgestellt und Arbeitsschutz und Hygieneschutz werden erläutert. Bei einem Rundgang durch alle Räumlichkeiten werden unsere PraktikantInnen mit den Kollegen bekannt gemacht. Unsere Qualitätsbeauftragten vermitteln unseren pädagogischen Ansatz, welcher mit den Anleitern in den jeweiligen Gruppen in der täglichen Arbeit vertieft wird. Dazu nehmen wir uns Zeit, denn das Konzept und die Qualitätsentwicklung sind elementare Grundpfeiler unserer Arbeit mit Kindern. Wir stellen jedem/r Praktikant/in eine/n feste/n pädagogische/n Anleiter/in zu Verfügung. Wöchentliche Anleitergespräche sind fest im Anleitungskonzept verankert. Gemeinsam mit unserem Fachpersonal erleben sich die PraktikantInnen als festen Teil der Gruppe und können sich in diesem Rahmen individuell einbringen. Da wir großen Wert auf Individualität legen, ist es für uns selbstverständlich, unseren PraktikantInnen genügend Raum und Zeit zur Durchführung ihrer Aufgaben und Projekte zu geben und sie dabei zu unterstützen, theoretisches Wissen mit dem praktischen Alltag zu verknüpfen und zu reflektieren. Wir wollen unseren PraktikantInnen als Modell guter Praxis dienen und ihnen bei der beruflichen Identitätsfindung unterstützend zur Seite stehen. Seit August 2013 steht unserem Haus eine Praxismentorin zur Verfügung. Eine enge Kooperation sowie der Austausch mit den Fachschulen und den Lehrern sind sichergestellt. Der Lernort Schule rückt so näher mit dem Lernort Praxis zusammen und bietet die Möglichkeit, PraktikantInnen noch enger zu begleiten. PraktikantInnen werden in unseren Gruppen niemals zum Personalschlüssel gezählt, sie arbeiten immer als zusätzliche Kräfte. Im Eingangsbereich des Kinderhauses hängen zu Semesterbeginn immer die aktuellsten Steckbriefe mit allen Informationen zu unseren PraktikantInnen. Bei Fragen stehen euch alle PraktikantInnen sowie die Praxismentorin gerne zur Verfügung.

Pädagogische Konzeption im Kinderhaus Lokstedt
2016 Konzeption finale Fassung.pdf
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