Pressemitteilung der Bundeselternvertretung zum geplanten neuen Kita-Streik

Liebe Eltern,

 

auch der neue Kita-Streik wird das Kinderhaus nicht betreffen. Dennoch macht es Sinn, sich zur aktuellen Auseinandersetzung zwischen ver.di und den Kommunen zu informieren und ggf. Stellung zu beziehen. Deshalb veröffentlichen wir an dieser Stellen eine aktuelle Pressemitteilung der Bundeselternvertretung, an der auch die Landeselternvertretung Hamburg mitgewirkt hat: 


Bundeselternvertretung appelliert an beide Seiten Kita-Streik: „Kommt erst raus, wenn ihr etwas erreicht habt!“


Die Bundeselternvertretung ruft ver.di und den Verband der Kommunalen Arbeitgeber zu ernsthaften Verhandlungen auf.


Die von den Gewerkschaften angedrohten Streiks werden von Eltern nicht weiter unterstützt. Kinder und Eltern haben sich eben erst von dem vierwöchigen Streik erholt. Urlaubstage sind aufgebraucht, das Verständnis von Kolleg_innen und Chefs sinkt und die Kinder brauchen verlässliche Strukturen und nicht den Dauerausnahmezustand.


Alle wissen, dass ein Kitastreik nicht die gleiche Macht hat, wie ein Pilotenstreik. Im Gegenteil: Die Arbeitgeber im Kita-Bereich lehnen sich entspannt zurück und genießen die Personaleinsparungen. Denn sie nehmen das Geld dankbar in ihre kommunalen Kassen. Die vier Wochen Streik haben gezeigt, nur wenige Kommunen erstatten Kitagebühren und Essensgelder.


„Weitere Kita-Streik sind unverantwortlich und nicht der richtige Weg.“ erklären die BEVKi-Sprecher_innen.


„Wir brauchen Lösungen und keine weiteren Drohungen. Es braucht eine Lösung für den Streik: ein Verhandlungsergebnis, das annehmbar ist und das Wort Aufwertung verdient.


Und es braucht eine politische Lösung, damit Kita endlich finanzierbar wird für Kommunen und Länder.


  • Wir brauchen mehr Geld im System, um die notwendige Aufwertung finanziell schultern zu können.
  • Wir brauchen mehr Geld, um für kleinere Gruppen und mehr Qualität sorgen zu können.
  • Wir brauchen mehr Geld, um die Elternzusatzsteuer – die Kitagebühren - abschaffen zu können.
  • Wir brauchen mehr Geld, um mehr Kitaplätze für mehr kleine Kinder schaffen zu können.
  • Wir brauchen mehr Geld, um eine alltagsintegrierte Sprachbildung, vor allem für die ankommenden Flüchtlingskinder, durchführen zu können.“


Verdi-Chef Bsirkse sprach nach der Ablehnung des Schlichterspruches durch die verdi-Mitglieder von unkonventionellen Mitteln des Arbeitskampfes, die jetzt nötig wären. Ein Streik ist ein konventionelles Mittel. Wir Eltern sind nach wie vor der Meinung, das Erzieher_innen mehr verdienen sollten, aber wir erwarten nun einen solidarischen Schulterschluss für mehr Geld und damit mehr Kita. Streik ist zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Mittel.


Alle Fachkräfte, die mit uns gemeinsam in Politik und Gesellschaft für eine bessere Ausstattung der Kitas kämpfen wollen, rufen wir zu: Streikt nicht gegen die Eltern, sondern tretet ein in ein Bündnis für mehr Kita.


(Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege www.bundeselternvertretung.de)

 

Pressemitteilung der Bundeselternvertretung, "Letzte Chance für Verhandlung"
PM_BEVKi_letzte Chance für Verhandlung_2
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